Gerd Anthoff Lesung Liebesgedichte RAUM durch KUNST Konzerte Live Veranstaltungen Eventräumlichkeiten Oberland Blaue Land

JÜRGEN WELKER 

Abstrakte Landschaftsmalerei

Acryl auf Leinwand

Von der Landschaft zur Abstraktion 

Geprägt ist Welkers Werk zunächst von einer radikalen und kompromisslosen abstrakten Landschaftsmalerei. Ausgangspunkt sind die Eindrücke der Voralpenlandschaft mit ihren wechselnden Lichtstimmungen, den Bergen und Seen. Aus diesen Naturerfahrungen entwickelte er eine eigenständige Bildsprache, in der Farbe zum zentralen Ausdrucksmittel wurde.

Die Ausstellung zeigt jedoch nicht nur diese Werkphase, sondern verweist zugleich auf neue künstlerische Ansätze. Mit der Hinwendung zu quadratischen Bildformaten verändert Welker die klassische Vorstellung von Landschaft. 

Traditionelle Horizonte und Perspektiven verlieren ihre Bedeutung, die Landschaft wird nicht mehr als konkretes Motiv dargestellt, sondern bleibt als Erinnerung, Atmosphäre oder innere Erfahrung präsent. Seine Malerei löst sich zunehmend von der Landschaft als Ausgangspunkt und entwickelt sich hin zu einer abstrakten Bildsprache, die von Farbe, Farbklang und Farbkomposition getragen wird. Farbe wird selbst zum Thema des Bildes.

Das lustvolle Eintauchen in Farbräume findet im Bildgrund statt. Bis zu 30 Lasuren sind notwendig, bis das Bild seine Tiefe und Explosionskraft erreicht. Welker wird geleitet von seinem sicheren Gespür für Farbbeziehungen. 

Er verliert sich nie in beliebiger Buntheit, sondern arbeitet Farbbeziehungen heraus, die miteinander interagieren und durch dünne Lasuren Leuchtkraft und Charakter gewinnen. 

Welkers Bilder tragen bewusst keine Titel und doch ist der Betrachter eingeladen, sich in der Projektionsfläche zu verlieren und Elemente eines Naturerlebnisses frei zu assoziieren – mag eine Welle, ein Horizont, eine Berglandschaft gemeint sein? Wir wissen es nicht, aber wir haben die Freiheit, uns darin zu verlieren. 

Gerd Anthoff Lesung Liebesgedichte RAUM durch KUNST Konzerte Live Veranstaltungen Eventräumlichkeiten Oberland Blaue Land

Jürgen Welker I Ohne Titel I 2026_15 I 150 x 150 cm

Raum durch KUNST Galerie Kunstgalerie für zeitgenössische Kunst live Veranstaltungen Musikveranstaltungen Eventraum

Jürgen Welker I Ohne Titel I 2026_9 I 70 x 70 cm

BIOGRAPHISCHES

Jürgen Welker studierte Malerei und Zeichnung an der Akademie der freien Künste in Karlsruhe. Wichtige Impulse erhielt er von international angesehenen Gegenwartskünstlern. Zu seinen Lehrern gehören unter anderem Markus Lüpertz, einer der Protagonisten der Neuen Wilden, Max Neumann, ein wichtiger Vertreter der figurativen Gegenwartskunst sowie der Dokumenta Künstler Erwin Gross. Jürgen Welker ist an nationalen und internationalen Kunstausstellungen beteiligt. 

Nach dem Studium der Malerei und Zeichnung und verschiedenen Stationen als freier Künstler ließ er sich 2008 im bayerischen Oberland nieder, wo seine großformatigen abstrakten Bilder entstehen. In Meisterkursen, Gruppen- und Einzelunterricht widmet sich Welker außerdem der Lehre. 

TECHNIK

Die Konstante in seinem Gesamtwerk bleiben bis heute Technik und Material. Seit Beginn seiner Auseinandersetzung mit der Kunst arbeitet er in Acryl auf Leinwand und Zeichnung auf Papier. Welker hat dabei einen unvergleichlichen Reichtum an Ausdrucksformen ausgebildet. Er verwendet teils selbst hergestellte Acrylfarben, experimentiert mit Oberflächen- und Strukturen, mit Glanzeffekten durch den Auftrag von Gold oder Lava-Schwärze und mit pastos bis zur Reliefhaftigkeit aufgetragener Farbe. Eine besondere Rolle spielt dabei seine Lasur-Technik. 20-30 Schichten erreichen die Arbeiten, bis schließlich der gewünschte Charakter und Ausdruck zur Entfaltung gebracht ist.

Dem ständigen Ringen zwischen Impulsivität und geplanter konstruktiver Bildkomposition begegnet der Künstler häufig durch Serien von Skizzen und Vorzeichnungen mit Tusche und Bleistift, die in der Reduktion auf das Wesentliche als Kunstwerke ihre eigene Gültigkeit und Qualität entwickelt haben. Sie lassen die Grenze zur Malerei fast schon verschwinden und gehen dem Schaffensprozess als unmittelbares Zeugnis der Inventionsphase und des schöpferischen Impulses voraus.

Erhältliche Formate in der Ausstellung: 30 x 30 cm bis 150 x 150 cm

Gerd Anthoff Lesung Liebesgedichte RAUM durch KUNST Konzerte Live Veranstaltungen Eventräumlichkeiten Oberland Blaue Land

 Der Künstler in seinem Atelier I Foto: Sabine Ziegler - Musiol 

Malerei Skulpturen Steinbildhauerei RAUMdurchKUNST Kunstgalerie Murnau Sindelsdorf

Kleine Formate Ohne Titel I 20 x 20 cm bis 30 x 40 cm

Was im Auge des Betrachters ein dynamischer Prozess zu sein scheint, ist in Wahrheit ein extrem zeitaufwändiger Vorgang, den Welker selbst als fast zen-buddhistischen Prozess begreift. 

Die Farbe wird auf sehr dünnen Lasuren aus Marmormehl und Alabastergips aufgetragen, so dass die Farbe ganz langsam in den Bildträger einsickert. Dadurch entstehen Perl, Fließ-, und Spritz-Effekte, die eine eigene Bilddynamik erzeugen. 

Text: Bettina Gaebel I Yvonne Fontane