Ursula Eingärtner  I  Malerin

„Alle Bilder sind für mich vorrangig Sinnbilder und Ideenträger. Sie meinen nicht vordergründig das Objekt. Sie wollen Raum lassen für die Fantasie des Betrachters. Der Betrachter soll durch meditatives Schauen zur Ruhe finden."

Die Werke der, 1933 in Weyer bei Limburg geborenen Malerin Ursula Eingärtner stemmen sich – wie sie selbst sagt – „gegen die Hektik unserer Zeit, gegen das achtlose Vorbeigehen, gegen das nicht Hinsehen, für ein gesundes, positives Weltbild“. Ihre Kunst ist ein Angebot, den multiplen Krisen der Zeit zu entfliehen, indem sie den Blick auf Details in unserer unmittelbaren Umgebung lenkt. 


 
Die Malerin lädt uns ein, die Allgegenwart von Schönheit in Gegenständen des Alltags und in der Natur selbst zu erkennen, um in der Betrachtung innere Ruhe zu finden. Ihre Bildgegenstände findet sie in Früchten, Blumen und Gegenständen des täglichen Lebens, wie einem Küchenstuhl, einem Sessel, einem Handtuch, einer Feder oder einem Geigenkasten, die sie auf Farbe, Kontur und Fläche reduziert. Der Künstlerin geht es dabei nicht um das naturalistische Abbild eines Objekts, sondern um Reduktion und um die größte mögliche Schlichtheit. 


 
Dafür entkontextualisiert sie das Dargestellte, indem sie das Objekt, unter Verwendung zahlreicher, zart abgeschichteter Pastellfarben, in einem nicht definierten Raum freilegt und in einer Art Makrosicht tief in die Strukturen eines Blatts oder eines Blütenkorbs hineinzoomt. Die distanziert sachlich anmutende Textur von Form und Struktur entziehen das Objekt selbst der Realität und fordern zur Kontemplation auf. Hineingezogen wird der Betrachter in die Bildwelt durch die Harmonie der Farbkompositionen, die sich mal in subtil beruhigenden Tönen und mal in kraftvoll lebensbejahender Farbigkeit voller Energie und Vitalität präsentieren. 


 
Immer wieder begegnet man im Werk von Ursula Eingärtner dem Motiv der Reihung, die durch Wiederholung und Rhythmisierung des Bildes ebenfalls auf ihre beruhigende Wirkung zielt und als Projektionsfläche zur kreativen Meditation verstanden werden soll. 


URSULA EINGÄRTNER
1972     Studium Freie Malerei, Kunsthochschule Köln 

1974     Staatliche Hochschule für Bildende Kunst, „Städelschule“, Frankfurt am Main 

1976     Diplom Bad Homburg v.d.Höhe